Buchtipp

Daniela Dröscher / Kiepenheuer & Witsch, 2022

Eine Mutter, die kein Mass kennt: nicht beim Essen, nicht beim Geld. Sie ist denn auch so dick, dass sie befürchtet einst nicht in den Sarg zu passen. Daniela Dröscher ist mit ihrem Erstling ein eindrückliches Buch über Selbstbestimmung und Verantwortung in der Familie gelungen und mit ihm hat sie es auch gleich auf die Longlist für den deutschen Buchpreis geschafft.

Zum Katalog

Stuart O’Nan / Rowohlt, 2022

In Rhode Island wird eine Highschool Schülerin ermordet, als Täterin wird ihre Mitschülerin Angel entlarvt, Beihilfe hat Myles, um dessen Liebe die beiden Mädchen gebuhlt haben, geleistet. Die Konsequenzen des Gewaltverbrechens trägt Angel alleine, den Myles kann sich gute Anwälte leisten. Spannend, schonungslos und zugleich mit grosser Empathie beschreibt Stuart O’Nan die Befindlichkeit junger Menschen an einem hoffnungslosen Ort, wo sich trotz allem Perspektiven ergeben.

Zum Katalog

Éliette Abécassis / Arche, 2022

Ein Zug nähert sich Paris, in der ersten Klasse sitzt ein Mann, der nicht dorthin gehört: ohne Fahrschein, ohne Geld und wahrscheinlich auch ohne Ausweis. Bei der Ankunft muss er mit der Verhaftung rechnen, also flüchtet er im letzten Zugswagen in einen Zustand der Unkenntlichkeit, darin hat er als Flüchtling Übung. All dies beobachtet eine Frau, unverhofft entsteht eine zarte Verbindung zwischen den beiden und eine Geschichte beginnt, unwahrscheinlich und schön!

Zum Katalog

Mariana Leky / DuMont, 2022

Die Figuren in Mariana Lekys Erzählungen haben Kummer aller Art: Traurigkeit, Schlaflosigkeit, Platzangst und sind oft Einzelgänger aus den verschiedensten Alters- und Gesellschaftsschichten. Die Autorin beschreibt die Befindlichkeiten ihrer Protagonisten mit einem liebevollen und humorvollen Blick, der nie panisch oder übertrieben wirkt, vielmehr gewinnt sie banalen Alltagssituationen ihre oft absurde Komik ab. Die Erzählungen erschienen zuerst in der Zeitschrift Psychologie.

Zum Katalog

Kristina Gorcheva-Newberry / C.H.Beck, 2022

In ihrem ersten Roman erzählt die russisch-amerikanische Autorin von einer Jugend in der Sowjet-Union der 80-er Jahre. Vor dem Hintergrund eines sich auflösenden politischen Systems, einer Neuorientierung der kommunistischen Gesellschaft schildert sie die Geschichte einer Freundschaft zweier Mädchen: Milka aus problematischen Verhältnissen stammend und Anja, die in einer intellektuellen Familie aufwächst. Emotional und spannend erzählt liefert der Roman einen aktuellen Bezug zur Situation in Russland.

Zum Katalog

Petra Hucke / Fischer Krüger, 2022

Ein Dorf in den Bündner Bergen: Es leben nicht mehr viele Leute dort, umso wichtiger sind junge Bauernfamilien wie Ria und Gian, die den Hof bereits in dritter Generation mit Engagement bewirtschaften, oder auch die Zuzüger aus Duisburg, die Familie von Katja und Fabio. Ihre neue Heimat wird durch Bewegungen einer Bergwand akut bedroht und wie ihre neuen Nachbarn werden sie vor die Entscheidung vom Gehen oder Bleiben gestellt. Ein bewegender moderner Heimatroman, in dem schweizerische Eigenart von einer deutschen Autorin treffend beschrieben wird.

Zum Katalog