
Dorothee Riese | Berlin Verlag
Eine Auswanderung vor dreissig Jahren einmal in die andere Richtung: Von Deutschland nach Rumänien. Wenn Eltern ihren Lebensmittelpunkt verlegen, wer fragt da die Kinder? Die junge Judith erfährt in einem kleinen Dorf am Rand der Karpaten, wie der Alltag in einer multiethnischen Gemeinschaft im Postkommunismus tatsächlich aussieht, nämlich so ganz anders, als die Eltern es sich vorgestellt haben. Und da es im Dorfladen auch nur einmal die Woche Brot gibt, sagt die Mutter: Wir sind hier für die Stille, nicht für das Brot!
Es ist ein dichter, farbiger Roman mit Missverständnissen, die nicht allein aus mangelnden Sprachkenntnissen entstehen, sondern auch durch die Diskrepanz zwischen Realität und Erwartung. Judiths Leben wird durch dieses Fremdsein geprägt. Ein empfehlenswerter Debütroman!