Buchtipp

Valeria Parrella / Hanser, 2021

Der Roman der italienischen Autorin könnte auch Lesern von Francesca Melandri gefallen. Elisabetta ist Lehrerin im Jugendgefängnis von Neapel und betreut dort neben anderen Almarina. Parrella erzählt von der Unterstützung der älteren Frau für die junge Rumänin und der Einsamkeit beider Frauen, der sie an diesem unwirtlichen Ort entgegenwirken können.

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Stacey Halls / Pendo, 2021

Ein historischer Roman, der den Klassikern von Charles Dickens ebenbürtig ist. Bess Bright lebt im London des 18. Jahrhunderts in bitterer Armut und musste ihre neugeborene Tochter ins Waisenhaus geben. Als sie das Mädchen nach einigen Jahren dort abholen möchte, wird ihr eröffnet, dass jemand anderes bereits seine Rechte auf die Kleine geltend gemacht hat. Ein spannendes und bewegendes Frauenschicksal mit sorgfältigen, historischen Darstellungen.

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Laila Lalami / Kein & Aber, 2021

Die Autorin mit marokkanischen Wurzeln ist Dozentin für Creative Writing in den USA – ihr Roman über eine Lehrerin mit Migrationshintergrund, die den mysteriösen Unfalltod ihres Vaters verkraften muss, ist ein wunderbares Beispiel eines guten Romans für all ihre Studenten. Berührend in der Darstellung der familiären Situation von Einwanderern, präzise in den gesellschaftspolitischen Schilderungen und feinfühlig in der Liebesgeschichte zwischen Nora und einem Officer und früheren Schulkameraden: beste Unterhaltung!

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Richard Wagamese / Blessing, 2020

Die Geschichte eines jungen Mannes indianischer Abstammung: Franklin wächst ohne familiäre Bindung auf einer Ranch auf und hört erst von seinem Vater, als dieser krank ist. Sein letzter Wunsch ist es, nach indianischer Sitte beerdigt zu werden. Dieser Roman gehört zu den Lieblingsbüchern des Schweizer Buchhandels vom letzten Jahr – zu Recht! Ein berührender Roman über die Annäherung von Vater und Sohn, der niemals ins Sentimentale abdriftet.

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Goldie Goldbloom / Hoffmann & Campe, 2021

Hier geht es um Mutterschaft, und zwar um eine sehr späte und völlig unverhoffte: Surie lebt in einer jüdischen Gemeinde in Brooklyn, ist mehrfache Grossmutter und wird mit 57 Jahren schwanger. Erstaunen, Enttäuschung und vor allem Scham sind Suries erste Gefühle und zwingen sie, ihr bisheriges Leben und ihre Erwartungen an die Zukunft zu überdenken. In ihrer bewegenden Gefühlswelt ist Surie eine eigenständige Frau, nicht aber in der streng orthodoxen jüdischen Gemeinschaft, wo die Rolle der Frau an Haus und Kind gebunden ist. Trotzdem wachsen Surie und ihr Mann Yidel einem ans Herz.

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Nam-joo Cho / Kiepenheur & Witsch, 2021

Als Jiyoung Mutter wird, gibt sie ihren Beruf auf, um sich ausschliesslich um ihr Kind zu kümmern: so will es die Familie und ihr Mann. Ihre Welt reduziert sich mit einem Schlag auf die in einem Aussenquartier von Seoul gelegene, kleine Wohnung. Ohnehin ungeliebte Familienfeiern sind die einzige Abwechslung im Leben der jungen Mutter und Ehefrau. Eben an einer solchen Feier beginnt Jiyoung in die Person ihrer nicht anwesenden Mutter zu schlüpfen – und es bleibt nicht bei dieser einen Rolle. Ein Psychiater nimmt sich ihrer an und durch seine Augen erfahren wir Lebensgeschichten von Frauen, die auch noch im 21. Jahrhundert gegen Unterdrückung ankämpfen müssen.

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