Buchtipp

Leon de Winter | Diogenes

Ein pensionierter, niederländischer Gehirnchirurg reist jedes Jahr nach Israel in die Wüste Negev. Seit seine Tochter nicht mehr von einer Reise nach Israel zurückgekehrt ist, begibt er mit schwindenden Hoffnungen, aber dem wachsenden Bedürfnis, seiner Tochter nahe zu sein, dorthin.
Als er um einen riskanten Eingriff am Gehirn einer einflussreichen Patientin angefragt wird, sagt er zu in der Hoffnung, etwas über den Verbleib seiner Tochter zu erfahren.

Spannend und wie immer von de Winter, gut geschrieben.

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Lukas Linder | Kein & Aber

Charly Brom ist Krimiautor und Vater eines kleinen Sohnes. Mitten in einer Schaffenskrise erreicht ihn ein Anruf aus seinem Heimatdorf und weckt unangenehme Erinnerungen an einen ungeklärten Todesfall, der sich ereignet hat, als Charly noch bei seiner Mutter und Grossmutter wohnte. Damals fiel ein erfolgreicher, lokaler Geschäftsmann einem Gewaltverbrechen zum Opfer; Charly beobachtete den Mann schon seit einiger Zeit, auch, weil dieser ein Verhältnis zu der von Ihm angebeteten Metzgersfrau hatte.

Eine rasant erzählte Geschichte mit viel stimmungsvollen Bildern aus einer Kindheit in der schweizerischen Provinz; das nicht ganz gefällige Cover sollte vor einer Lektüre nicht abhalten.

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Claire Lombardo | dtv

Julia Ames, Mutter zweier erwachsener Kinder und zufrieden in einer langjährig erprobten Ehe, wird förmlich aus der Bahn geworfen, als sie im Supermarkt einer Bekannten begegnet, die sie vor Jahren aus ihrem Bewusstsein und Leben verbannt hat.
Szenerie und Anlage des umfangreichen Romans der amerikanischen Autorin mögen Assoziationen an Desperate Housewives wecken, was dem Roman, der mit unvergleichlichen Charakterstudien aufwartet, niemals gerecht werden würde. Er ist vielmehr eine tiefschürfende Auseinandersetzung mit Mutterschaft, Ehe und weiblichem Selbstverständnis.

Das richtige Buch für lange Winterabende.

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Joachim Meyerhoff | Kiepenheuer & Witsch

Eigentlich geht es im neuen, wiederum autobiografisch geprägten Roman des Autors und Schauspielers Joachim Meyerhoff um die Bewältigung einer persönlichen und beruflichen Krise; wahre Romanheldin ist aber seine Mutter, die er inmitten seiner ausweglosen Situation in Schleswig besucht. Er wird zwei Monate bleiben und der 86-jährigen, immer noch patenten Frau, die sich mit zunehmendem Alter immer glücklicher schätzt, im Garten und Haus zur Seite stehen und an ihrer Seite gesunden.

Witzig und eindringlich erzählt – unzählige Male erlebt man mit Meyerhoff bedrohliche, unangenehm-komische und glückliche Momente. Ein wunderbares, lebensbejahendes Buch zum Jahresanfang.

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Thomas Schlesser | Piper

Die zehnjährige Mona kann plötzlich eine Stunde lang nichts mehr sehen. Panik bricht aus. Ihr Grossvater weiss und begreift, dass er dieses Kind mit Farben und Licht fluten muss. Gedacht, getan: Einmal pro Woche gehen beide fortan ins Museum und betrachten Bilder, um der drohenden Dunkelheit Leuchtendes entgegenzusetzen.

Dieses Buch öffnet einem buchstäblich die Augen. Wie oft stand man schon vor grossen Kunstwerken und verstand wenig. Mit dem Lesen dieses Buches ändert sich das schlagartig. Zu recht stand dieses Buch wochenlang auf der Bestsellerliste in Frankreich.

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Jacqueline O`Mahony | Diogenes

Mitte des 19. Jahrhunderts herrscht in Irland eine Hungersnot. Die junge Aussenseiterin Honora verliert dabei ihr Kind, ihren Mann und damit ihre Existenz. Deshalb entschliesst sie sich, nach Amerika auszuwandern. Doch auch hier – als Hausmädchen und dann Prostituierte – ist der Anfang alles andere als leicht. Sie lässt sich aber nie entmutigen, folgt immer ihrer inneren Stimme und trifft letztendlich einen Mann, der in ihr sieht, was sie ist.

Packende Erzählung für alle, die historische Romane mögen.

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