Buchtipp

Marc Du Buisson | emons:

Im gut besetzten Tram Nummer 3 Richtung Weissenbühl in Bern sitzt auch der Polizist Tom, der einen anonymen Anruf mit einer Bombendrohung für eben dieses Tram erhält. Unter den Fahrgästen befindet sich ein asiatisches Touristenpaar, dem Tom die Situation erklären möchte und sich dazu von einem jungen Passagier in Kapuzenpulli bessere Englischkenntnisse erhofft; unter der Kapuze versteckt sich seine Teenagertochter Céline, zu der Tom nach der Trennung von seiner Frau nicht das beste Verhältnis hat.
Bald erkennt Tom, dass die Bombendrohung etwas mit einem früheren, unaufgeklärten Fall zu tun hat – die Situation spitzt sich beruflich und privat zu!
Ein rasanter Thriller mit bernischem Lokalkolorit.

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Anousch Mueller | C.H. Beck

Wer im seit Kriegsende stillgelegten Bahnhof ausserhalb des Dorfes lebt, „hat etwas auf dem Kerbholz“: Asoziale, Politische oder Räuber, denkt Leni, die älteste Tochter, die mit ihren Eltern und fünf Geschwistern in diesem abgelegenen, verwunschenen Winkel der ehemaligen Preussischen Staatsbahn haust.
Leni erlebt eine wilde, nicht immer einfache Kindheit, in der sie sich oft in die Normalität der Familien im Dorf wünscht. Der Vater arbeitet als Sanitäter und hat sich als patenter Allrounder im Dorf einen gewissen Respekt erworben, die Mutter hat mit einer schwierigen Vergangenheit zu kämpfen und pflegt eher ihr Aussenseitertum. Dass dem ein Familiengeheimnis zugrunde liegt, findet Leni allmählich heraus.
Ein wunderschön geschriebener Roman, den man nicht vergisst.

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Cora Wucherer | Klett-Cotta

Die beiden Schwestern Juna und Martha teilen sich in einer engen Münchner Wohnung ein Zimmer, „und dies ist schon die einzige Gemeinsamkeit“ der zwei jungen Frauen. Junas Leidenschaft ist Kunst, sie eifert der schwedischen Malerin Lotte Laserstein nach, die eine berühmte Vertreterin der gegenständlichen Kunst zur Zeit der Weimarer Republik war. Eine seltenes Augenleiden könnte diese künstlerische Zukunft zunichtemachen.

Als die zurückhaltende Martha von einer Ausstellung der Kunstmalerin erfährt, organisiert sie für Juna und sich eine Reise nach Malmö – die Reise wird für die ungleichen Schwestern zur Zerreissprobe und Annäherung zugleich.

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Miriam Carbe | Hanser

Ein bewegtes Jahrhundert deutscher Geschichte und mittendrin vier Generationen von Frauen, die ihre Familiengeschichte schreiben. Diese beginnt 1912 in Dresden und reicht bis in die Gegenwart, als Monika, die Enkelin der 1912 geborenen Margarethe im Westen Deutschlands – entgegen aller gesellschaftlichen und familiären Widerständen – ein schwarzes Mädchen zur Welt bringt; Miriam, die Autorin dieses bewegenden Romans.
Dieser handelt von Frauen, die sich eigentlich ein anderes Leben gewünscht hätten und sich bewusst waren, „dass ich da was draus machen musste“.

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Katrin Zipse | Dumont

1949 treffen junge Frauen aus Deutschland in Island ein, wo sie sich für ein Jahr zu Arbeit auf Bauernhöfen verpflichten. Dieser Aufruf der isländischen Bauernpartei ist historisch belegt; die Autorin erzählt ausdrucksstark und einfühlsam vom Leben der jungen Frauen in einer unbekannten Welt, deren Sprache sie nicht kennen und in einer noch nie gesehenen, gewaltigen Natur. Nicht alle Frauen haben vor, hier ein neues Leben zu beginnen – auch Elsa nicht, die um ihre Freundin trauert und auf einem Hof arbeitet, wo das Verschwinden der Tochter verdrängt wird.
Ein stiller, aber ungemein eindrücklicher Roman, in dem man mit den Protagonisten die kargen Schönheiten dieser Natur entdeckt.

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Maggie O’Farrell | Piper

Tomás ist Kartograph und arbeitet für die englischen Besatzer im Irland des 19. Jahrhunderts. Per Zufall entdeckt er ein bisher auf keiner Karte erfasstes Stück Land und beschliesst, diese Entdeckung für sich zu behalten; und auf diesem Land ein Zuhause für seine Familie zu gründen. In einem Irland, das von Hungersnöten gebeutelt und von grosser Armut war, entwickelt Tomás trotz allem Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Nicht alle Familienmitglieder werden davon erfasst und die vier Kinder werden auf anderen Kontinenten ihr Glück suchen.
Wie immer von Maggie O’Farrell, schön und atmosphärisch dicht geschrieben – ein Buch zum Versinken.

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